Asa Hutchinson und die Toten von Arkansas

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Asa Hutchinson und die Toten von Arkansas

oder

Let´s make America great again

 

Nein, das ist nicht der Titel eines neuen Western- Films, sondern eine, ja was? Burleske? Groteske? aus den Vereinigten Staaten von Amerika, dem Land der Freien. Und es hat ausnahmsweise auch nicht unmittelbar etwas mit der Jagd zu tun. Trotzdem sollte man dazu etwas schreiben, denke ich, aus vielerlei anderen Gründen.

Der republikanische Gouverneur von Arkansas, Asa Hutchinson, will nämlich schnell mal noch ein paar zum Tode Verurteilte hinrichten lassen bzw. hat das schon getan. Weil die Haltbarkeit des Medikaments Midazolam endet 1). Mithin aus Gewissensgründen. Sozusagen. Denn die Hingerichteten könnten ja schwere gesundheitliche Spätfolgen von dem verdorbenen Zeugs davontragen. Das liest man zwei- und mehrmals und steht dann trotzdem ratlos, denn auf so ein schmales Brett der perversen Logik muss man ja erstmal kommen.

Aber denken wir das – ganz losgelöst von dem Erschauern vor dem tiefen Abgrund an wahrhaft christlicher Gesinnung – streng logisch und gewohnt emotionslos einfach mal zu Ende. Logik ist nämlich keine Einbahnstraße, wie wir wissen; sie gilt gewissermaßen vor- wie rückwärts. Und beim Denken stößt man über kurz oder lang auch auf die Frage:

Was wird denn, wenn es – absehbar – wieder genug Totspritz- Medikamente gibt, ad libitum sozusagen nach den Erfahrungen dieses Haltbarkeits- Datums- Schocks? 

Und nun tritt das wahrhaft Genialische an dieser Hutchinson´schen Logik zu Tage. Die Lösung ist:

Die Gerichte müssen sich dann einfach mehr anstrengen und den Nachschub an Delinquenten signifikant erhöhen! Schließlich kann man das teure Zeugs ja nicht verkommen lassen.

Die Welt ist schlecht: Die NATO- Partner zeigen sich widerborstig, außerdem hat es sich sogar schon bis zum Chef rumgesprochen, dass man nicht so ganz auf sie verzichten kann. Im Nahen Osten klappt nichts, von 59 verschossenen cruise missiles abgesehen. Putin zickt, die Chinesen zeigen den Stinkefinger, von Nord- Korea ganz zu schweigen. Bei den Ausweisungs- Edikten und Einwanderungs- Verboten kommt man nicht weiter. Die Mauer nach Mexiko ist schwer im Verzug, die arbeitslosen deutschen Experten, die schon rosige Zeiten aufdämmern sahen und die Renten aufbessern wollten, sind auch maßlos enttäuscht.

Irgendwo muss man schließlich anfangen mit dem „Let´s make America great again …..“

Wenn es nur nicht so tragisch wäre.

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Kirchveischede, 25. April 2017

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Manfred Nolting

Ein Jagdmensch

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1) Der deutsche Hersteller weigert sich noch nachzuliefern. Und, natürlich, gibt´s bei der Ware auch keine Bedenken in Bezug auf den skandalösen Export- Überschuss der Deutschen!

 

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