Die grüne Strategie

Die grüne Strategie

Eigentlich ist das hier ja eine Jagdseite. Aber die Jagd schwebt ja nicht im luftleeren Raum, sondern gehört zum täglichen Leben. Und wird natürlich durch die Politik heftig berührt. Deswegen einmal ein paar Worte zu unseren erklärten grünen „Freunden“, dem politischen Arm von Nabu, BUND und sonstigen Umweltverbänden.

Die Grünen haben ihre jahre- und jahrzehntelange Popularität in geradezu perfider Weise aus einer seltsamen Mischung gezogen: Auf Bundesebene in aggressivster Weise fordern und anklagen, auf der Kommunalebene konsequente Total- Opposition und Verbandsklagen gegen das eben noch auf Bundesebene Geforderte.

Das hatte, bevor der Mechanismus endlich auch öffentlich durchschaut wurde, für den Wähler richtigen Charme, vor allem hatte man den Eindruck, Mensch, die bewegen was!!

Denn sie trieben die anderen Parteien vor sich her. Das kam schon mal gut an, denn Politiker, vor allem die der etablierten Altparteien, erfreuen sich in der Öffentlichkeit nicht gerade des besten Rufs. Wenn die in ihrer Not dann dem öffentlichen Druck folgten, denn Presse, Funk + Fernsehen waren stets mit im grünen Lager, und z. B. die geforderte Energiewende umsetzten – peng, schossen an der Basis sämtliche grünen Kommunalpolitiker quer und torpedierten die Umsetzung auf ihrer Ebene. Nach der verqueren Logik des Otto- Normal- Wählers kam auch das gut an, denn hier griff ein seltsames Phänomen: Der Wähler sieht seine politischen Standpunkte im unmittelbaren Lebensbereich, also vor der Haustür, eigentümlicherweise oft völlig anders als z. B. auf Länder-, erst recht auf Bundesebene. Das geht so weit, dass er das eine vom anderen vollständig trennt, also auf Kommunalebene, im eigenen Dorf, Positionen vertritt  – und wählt ! -, die völlig konträr zu denen sein können, von denen er seine länder- und bundespolitische Wahlentscheidung abhängig gemacht hat. Ein bisher strammer CDU- Wähler zieht dann durchaus an einem Strang mit den Grünen. Weil´s ja seinen eigenen Garten betrifft.

Das Fatale dabei: Hat das Ganze dann Erfolg, wird die Stromtrasse, die Industrieansiedlung verhindert, gehört der bis dahin stramme CDU- Wähler also zur Gruppe der Gewinner – höchst attraktiv für jeden von uns. Und damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er versucht, diesen Erfolg zu wiederholen – man wählt, zumindest so lange die gefühlte Attraktivität anhält, auch auf Länder- und Bundesebene dann die Grünen. Verstärkt wird das Ganze natürlich von gefühlten persönlichen Verpflichtungen: Der Otto Grün hier vor Ort, der an der Spitze marschierte, mit dem wir dann so herrlich gefeiert haben, so ein netter Mensch muss weiterhin unterstützt werden. Ein Perpetuum mobile sozusagen.

Wir haben Milliarden versenkt in Windparks in der Nordsee, schweineteuer, ineffizient wie nur was, zumindest aus ökonomischer Sicht gesehen. Die Mühlen rotieren und schreddern jetzt so im Leerlauf vor sich hin. Denn die nötigen gigantischen Stromtrassen, die den so erzeugten Strom dahin befördern müssen, wo er gebraucht wird, im Süden der Republik nämlich, die werden regelmäßig auf Kommunalebene zerschossen. So gut wie immer sind die Agitatoren dabei grüne Lokalpolitiker bzw. Kreisverbände von Nabu und BUND. Und prompt empören sich die grünen Bundespolitiker über die fehlerhafte bzw. unvollständige Umsetzung der Energiewende.

Aber es gibt auch andere Methoden, man ist ja flexibel. Gegen die radikal abgelehnte Jagd zum Beispiel wurde mit einer anderen Strategie vorgegangen. Das ging und geht so: Die Grünen hatten schnell spitz, dass die Jagd bei mehr als 80 % der Bevölkerung wohl gelitten ist und befürwortet wird. Also Schwenk von der eigentlichen Total- Opposition auch hier zur Politik der Nadelstiche und des „Wir hauen den Sack und treffen den Esel“: Waffenrechtsverschärfungen in Serie; schon wenn heute ein Jäger mit seiner Waffe ins Revier fährt, riskiert er seinen Jagdschein, so hirnrissig und völlig unübersichtlich sind die Bestimmungen zum Führen oder Transportieren einer Waffe. Die Bleidebatte – an Verlogenheit und bedenkenlosem Opportunismus, ja Zynismus nicht zu übertreffen. Aber wirksam. Hundeausbildung. Totalschonung für Füchse. Alles aber unter lebhaft, mantrahaft vorgetragenen Versicherung: Wir haben nichts gegen die Jagd, natürlich nicht. Das Gehampel erinnert immer an den schönen Sport Wasserball. Hier gibt es, ganz im Ernst, Schiedsrichter, die ausschließlich das Geschehen unter Wasser beobachten. Weil die Damen und Herren über Wasser mit dem unschuldigsten Gesicht der Welt demontrativ die strengen Regeln befolgen, unter Wasser aber dabei zuweilen mörderisch zutreten. Bei den Herren ist das aus gewissen anatomischen Gründen meist wirksamer als bei den Damen.

Ja ja, die Grünen und ihre verlängerten Arme, Nabu, BUND usw. Beim Rotwild- Abschussgatter in Bayern, bei Oostvardersplassen, bei ähnlich gehandhabten „Naturschutz“- Projekten der Umweltschutzverbände in Deutschland das Schweigen im Walde. Hier findet man oft genug Zustände, die von einer verstörend von der Realität abgekoppelten Weltsicht zeugen. Die aber ist gegen jede Kritik vollständig resistent – die haben alle keine Ahnung!

Nun scheint mir so langsam aber das Pendel zurückzuschlagen. Der deutsche Michel scheint wach zu werden – Zeit wurde es aber auch.

Kirchveischede, 17. September 2013

Manfred Nolting

Ein Jagdmensch

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Ein Kommentar zu Die grüne Strategie

  1. Joachim Orbach sagt:

    Sehr geehrter Herr Nolting,

    den Artikel “ Die grüne Strategie“ sollten Sie meiner Meinung nach auch einmal einem anderen Jagdblog ( z.B. http://www.jagdwissen.net ) zur Veröffentlichung anbieten.

    MfG u. Waidmannsheil

    Joachim Orbach

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