Ein Interview

Ein Interview

Einer unserer ältesten und profiliertesten Mitarbeiter, Herr N., führte das nachfolgende Interview mit einem Mitglied eines bekannten deutschen „Naturschutz“- Verbandes, neudeutsch auch „NGO“ (für „non-government-organisation“) genannt. Das heißt frei ins Deutsche übersetzt „Nicht- Regierungs- Organisation“.* Aus verschiedenen Gründen will der Vertreter des N- Verbandes, nachfolgend mit „N“ bezeichnet, namentlich nicht genannt werden. Wir respektieren das natürlich. Der Name ist der Redaktion bekannt. Herr N. wiederum kann schlecht auch „N“ genannt werden. Obwohl er´s verdient hätte. Aber dann weiß kein Mensch mehr, wer was gesagt hat. Deswegen nennen wir ihn im Folgenden „J“.

J: Der „Naturschutz“, wer immer das jetzt mal ist, sieht die Umwelt in Gefahr. Er will sicherstellen, dass sie erhalten bleibt. Das bedeutet, dass sie gefährdet ist. Wer z. B. schädigt denn die Natur?

N: Diejenigen, die sie zerstören.

J: Und wer ist das?

N: Z. B. die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft, die Wirtschaft, Putin. Aber auch die Jäger.

J: Inwiefern zerstören die die Natur?

N: Weil sie sie ständig verändern. Durch Bewirtschaftung. Wir wollen naturnahe Wälder, die sich selbst überlassen werden.

J: Na ja. Was sagen Sie denn zu den Agrarflächen?

N: Die müssen sofort wieder umgestaltet werden in die ursprüngliche kleinteilige Form. Und natürlich mit jeder Menge Hecken und so. Ohne Kunstdünger. Damit verseucht man nur die Böden. Und die Kleinfauna sowieso.

J: Darauf komme ich später zurück. Zunächst mal: Ihnen ist die deutsche Verfassung bekannt? U. a. der garantierte Schutz des Eigentums? Denn mit diesem Eigentum erwirtschaften viele Menschen ihren Lebensunterhalt, sichern ihre Existenz.

N: Aber die sozialistische Lehre betont auch die Sozialpflichtigkeit des Eigentums. Deswegen hat das Vorrang.

J: Vorrang vor der Verfassung?

N: Ja.

J: Gut, lassen wir das mal so stehen. Wer soll denn überwachen, dass das Ganze so eingehalten wird?

N: Naturschützer.

J: Auch Jäger?

N: Jäger sind keine Naturschützer.

J: Aha. Eine Frage: Welche Ausbildung haben Sie? Ich meine, in Sachen Naturschutz?

N, (ein bisschen verlegen): Na ja, ich habe nach dem Abitur ein bisschen Musik gemacht. In Kneipen und so. Dann bin ich zum Naturschutz gekommen. Und dann habe ich noch studiert.

J: Haben Sie denn in Hinsicht auf die Natur irgendeine Ausbildung? Ich meine, mit Abschluss?

N: Nein. Aber ich kann Mundharmonika. Unsere Katze hört das gerne.

J: Aha. Ihnen ist aber bekannt, dass Jäger z. B. eine aufwändige Ausbildung durchlaufen und sich dann einer staatlichen Prüfung stellen müssen?

N: Ja. Aber na ja, sooo aufwändig ja auch nicht. Das ¾ Jahr….

J: Was sagen Sie zu den Kosten der Ausbildung? Die trägt der angehende Jäger ja selbst, immerhin zwei- bis dreitausend Euro. Wenn´s langt. Die Ausrüstung noch gar nicht gerechnet. Dafür, dass er dann für die Allgemeinheit die Umwelt schützt.

N: Eigene Schuld! Wenn die so dämlich sind….

J: OK, machen wir weiter. Dann stelle ich aber fest, dass Jäger besser ausgebildet und damit in Naturschutzdingen kompetenter sind als Hobby- Naturschützer. Meines Wissens verlangen Naturschutzverbände zwar ein paar Euro Monatsbeitrag, aber ein Qualifikationsnachweis wird nicht verlangt. Ist das richtig?

N: Ja ja. Grundsätzlich schon. Der Presse und der Öffentlichkeit reicht das ja auch. Warum sollten wir das dann ändern? Ich meine, wenn ich z. B. einem Reporter sage, ich bin Mitglied beim N. oder B., werde ich von da an grundsätzlich als „der Experte“ wörtlich zitiert. Egal was ich sage, alles wird ungeprüft als Tatsache übernommen. Ich finde das so geil! Zu Hause muss ich nämlich immer den Abwasch machen… Und was ganz besonders aufregend ist: Jäger werden immer sofort als „schießgeile Bambimörder“ runtergemacht. Ich finde, das ist uns gut gelungen.

J: Ah ja. Aber dann könnte man ja sagen, dass kein Mitglied beim N. oder B. in Sachen Natur und Umwelt ausgebildet oder wenigstens sachkundig wäre?

N: So kann man das nicht sehen. Schließlich lernt man ja auch viel im täglichen Leben.

J: Jäger auch. Aber nach einer fundierten Grundausbildung. Mitsamt staatlicher Prüfung. Und dem erheblichen Risiko, durchzufallen und im nächsten Jahr wieder neu anfangen zu müssen.

N: Ich sag´s ja; Wenn die so dämlich sind…..

J: Lassen wir das jetzt mal. Ist Ihnen bekannt, dass so gut wie jeder Vertreter der Wissenschaften, die auch die Jagd berühren, wie z. B. Wildbiologen, Forstwissenschaftler, die derzeitig angezettelte Debatte in BaWü und NRW um die „Novellierung“ der Jagd vom Inhalt her als völlig, sagen wir, „daneben“ und rein ideologisch motiviert bezeichnen? Dazu als kontraproduktiv, schädlich für die Umwelt? Mit Umwelt meinen die Flora und Fauna, also Wald und Wild.

N: Die haben eben alle keine Ahnung.

J: Aha. Das kommentiert sich selbst. Kommen wir jetzt mal zurück auf die beklagten „Veränderungen“ der Umwelt durch deren Nutzer. Was ist daran schlimm?

N: Das geht nicht. Das muss so erhalten bleiben, wie es ist. Und das, was im schlechten Zustand ist, muss in den natürlichen Zustand zurückgeführt werden.

J: Aha. Und was ist der „natürliche Zustand?“ Ich meine, wer dauernd über eine Krise redet, muss ja erst einmal definieren, was er für den Normal- Zustand hält, oder nicht?

N: Na ja, so wie´s früher war.

J: Wann früher?

N: Na, früher. Um Christi Geburt.

J: Wissen Sie, wie es um die Zeitenwende hier aussah?

N: Na, alles Urwald, wie im Paradies. Sogar die Römer haben sich verlaufen.

J: Sie wissen also nicht, dass eben nicht alles undurchdringlicher Urwald war, sondern auf weite Strecken lichte Wälder, mit vielen Freiflächen und Mooren, allerdings mit Siedlungsinseln durchsetzt? Und dass gerade auf den Siedlungsflächen die höchste Wilddichte zu beobachten war? Wegen der erheblich besseren Äsungsangebote als im dichten, verfilzten Urwald?

N: Äh, nein. Und das streite ich ab. Bei unseren Treffen ist immer von anderem die Rede. Alles Urwald.

J: Aha. Wissen Sie, wie viele Menschen damals auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands lebten?

N: Nein, nicht genau.

J: Kann man auch nur schätzen. Aber die seriöse Wissenschaft geht für die Zeitenwende von nicht mehr als max. 2 bis 3 Mio aus. Eher weniger.

N: Ah ja.

J: Heute leben hier 82 Mio. Wie wollen Sie die ernähren, wenn alles Urwald wird? Mit Sojaschrot aus Brasilien?

N: Das ist doch Quatsch! (Kurze Pause. Dann, trotzig:) Und außerdem: Warum nicht?

J: Aber was ist mit dem Urwald, der dann in Brasilien gerodet werden muss, damit wir hier genug Soja haben? So wie z. B. die riesigen Abholzungen in Indonesien, damit wir in Deutschland mehr „Biosprit“ bzw. Palmöl für unser gutes ökologisches Gewissen haben. Da werden z. B. die Orang- Utans, streng geschützte Menschenaffen, an den Rand der Ausrottung gebracht. Die verhungern einfach. Und dann die Milliarden von Tonnen an Kohlendioxid, die beim Verbrennen der riesigen ausgetrockneten Torflager, auf denen früher mal Regenwald stand, in die Luft geblasen werden. Das scheint mir doch ein ernstes Problem zu sein.

N: Zugegeben, das läuft nicht gut. Aber daran sollten wir jetzt nicht rühren. Kein Mensch spricht mehr drüber. Außerdem ist das ja eine Ausnahme. Ein Ausrutscher.

J: Wieso Ausnahme? Nachdem das seit vielen Jahren bekannt ist, warum tun die „Naturschützer“ nichts, damit das sofort abgestellt wird?

N: Äh… weiß ich nicht. Aber das gehört ja jetzt hier nicht her.

J: Kommen wir mal zu einem anderen Thema: Kennen Sie Grafenwöhr? Ich meine, den Truppenübungsplatz?

N: Ja natürlich, ein Natur- Juwel.

J: Aha. Wissen Sie, wie dieses Juwel entstanden ist? Durch den Menschen und seine Nutzung.

N: Das ist ja wohl ein wenig weit hergeholt.

J: Was glauben Sie, wie lange der Truppenübungsplatz existiert?

N: Den muss der N. (die NGO!, d. Verf.) doch gegründet haben, schließlich gehört der uns. Oder nicht?

J: Nein, das Ding hat Adolf 1935 dem Freistaat Bayern abgenommen und ganz groß ausgebaut. Also der GRÖFAZ. Danach ist da die bestehende Landschaft vollständig umgekrempelt worden.

N: Da guck´ ich nach!

J: Wie ist das mit der Lüneburger Heide? Die steht ja unter hysterischem Naturschutz. Da darf um Himmels Willen nach der einen Lehre des Naturschutzes nichts verändert werden. Da wird sogar jede Menge an Steuergeld reingepumpt, damit die Heide künstlich so erhalten bleibt, nachdem dort die landwirtschaftliche Nutzung eingestellt wurde.

N: Das ist auch richtig so.

J: Ja, aber die Lüneburger Heide ist eine reine Kulturlandschaft, ausschließlich entstanden durch die Nutzung durch den Menschen. Davor gab´s da keine Heide, nur Wald und Moor und viel, viel weniger Tiere als heute.

N: Äh, das ist mir jetzt neu.

J: Sagt Ihnen der Begriff Evolution etwas? Oder der Begriff Sukzession?

N: Na ja, das war doch der Darwin, oder?

J: Darwin hat die Sache mit der Evolution erforscht und als Erster beschrieben, also wie sich Arten durch Beeinflussung der Umwelt verändern und entwickeln. Sukzession hat auch was damit zu tun, im Kleinen; die bezeichnet einen relativ festgeschriebenen Prozess der Landschaftsentwicklung, z. B. nach Naturkatastrophen wie Stürmen, Bränden, Vulkanausbrüchen etc. Aber auch nach Veränderungen durch andere Mitglieder der Umwelt, z. B. den Menschen. Und bei der Lüneburger Heide z. B. wird genau diese Sukzession vom „Naturschutz“ verhindert.

N: Sag´ ich doch, der Mensch ist die größte Katastrophe für die Umwelt. Und überhaupt. Kein Tier würde so was tun. Die leben alle im Einklang mit der Natur. Die würden der Natur nie schaden. Die kennen die Zusammenhänge und verhalten sich danach.

J: Geborene, weise und abgeklärte Genies also. Was halten Sie vom afrikanischen Elefanten?

N: Ganz tolle Tiere. Und so sympathisch. Wegen dem Familienleben und so. Und die trauern richtig um ihre toten Artgenossen.

J: Wussten Sie, dass jährlich in Afrika viele Menschen durch Elefanten zu Tode kommen?

N: Nein, warum das denn?

J: Ja. Meistens Kleinbauern, die die Elefanten aus ihrem einzigen Maisfeld treiben wollen, von dem sie und ihre Familie das ganze Jahr leben müssen. Dann werden die Elefanten aggressiv und gehen auf die Bauern los. So was endet dann oft tödlich.

N: So was!

J: Wussten Sie auch, dass Elefanten, die in Überpopulationen leben, wie z. B. im Krüger- Nationalpark vorgekommen, auf weiten Flächen Savannen in reine Steppen verwandeln, weil sie die vorkommenden Bäume, die Schirm- Akazien, einfach umlegen, um an das Laub zu kommen?

N: Das kann ich mir nicht vorstellen. So was tun Tiere nicht.

J: Das dachte ich mir. Ich meine, dass Sie sich das nicht vorstellen können. Was halten Sie denn vom Biber?

N: Ein tolles Tier.

J: Finde ich auch. Aber mal ´ne Frage: Da wollte vor ein paar Jahren ein Bekannter in einem Bachtal, das ihm gehört, Fischteiche und damit Wasserbiotope anlegen. Das wurde ihm aus Naturschutzgründen verboten, „schützenswerte Talaue“ war die Begründung. Finden Sie das richtig?

N: Unbedingt!! Aber ganz unbedingt!

J: Na ja, er hat auch keine Erlaubnis bekommen. Hat dann ein paar Galloways gekauft und das Tal mit extensiver Weidehaltung bewirtschaftet. Da hielten sich seine jährlichen Verluste zumindest in Grenzen. Dann hat sich plötzlich ein Biberpaar angesiedelt, keiner weiß, woher. Kurz: Die und ihre Nachkommen haben in ein paar Jahren sein ganzes Bachtal besiedelt, aufgestaut und unter Wasser gesetzt. Wie ist das denn jetzt mit der „schützenswerten Talaue“?

N: Das ist was anderes.

J: Inwiefern? Da ist ja auch das Tal unter Wasser gesetzt worden. Er hat darüber hinaus seine Rinder abschaffen müssen, die wurden geschlachtet, und sein Land kann er auch nicht mehr nutzen. Ich meine, es ist schließlich sein Eigentum?!

N: Hat er halt Pech gehabt. Schließlich ist eine intakte Natur für die Bürger wichtiger als die kommerziellen Interessen von Landbaronen.

J: Aha. Mal ´ne Frage: Sind Sie Land- oder Forstwirt? Ich meine, haben Sie irgendwelchen Landbesitz?

N: Ich bin doch nicht verrückt!

J: Aha. Darf ich fragen, wie alt Sie sind?

N: (verwundert) 51. Warum?

J: Ich meine nur. Und was machen Sie beruflich?

N: Ich bin frühpensioniert, seit zwei Jahren.

J: Pensioniert. Also waren Sie im öffentlichen Dienst?

N: Ja. Burnout. Völlig fertig bin ich gewesen.

J: Haben Sie gehört, dass die zukünftigen Pensionslasten längst die Billionengrenze überschritten haben und in den Länderhaushalten und beim Bund nirgendwo ausgewiesen werden?

N: Nein, ist mir auch egal. Ich krieg´ ja meine Pension. Ich habe schließlich mein Leben dem Staat geopfert. Meine besten 15 Jahre sozusagen.

J: 15 Jahre??

N: Na ja, ich hab´ erst mit 34 mein Examen machen können. Ich war so eingespannt, gesellschaftlich meine ich! Die ganzen Arbeitskreise, Demos, Diskussionen….

J: Wie stehen Sie zu dem Vorschlag eines Wirtschaftsweisen, alle Pensionen im ersten Schritt um 10 % zu kürzen werden und die eingesparten Gelder z. B. dem Naturschutz zuzuführen? Oder der Straßensanierung in Deutschland?

N, (sehr aufgeregt): Höre ich jetzt das erste Mal. Aber das wäre ein Skandal! Das geht nicht! Dagegen werde ich mich wehren bis zum Verfassungsgericht! Ich meine, man kann doch nicht einfach so über mein Eigentum verfügen! Wo bleiben denn da meine Grundrechte?

J: Aber die Grundeigentümer haben doch verglichen damit noch weit größere Verluste.

N: Das sind schließlich alles Bonzen. Das trifft keine Armen. Außerdem, ich hab´s ja schon gesagt: Die hätten ja auch was anderes machen können. Beruflich, meine ich. Z. B. öffentlicher Dienst.

J: Aber wenn alle im öffentlichen Dienst wären, wer würde dann die Steuern zahlen, um das Ganze zu finanzieren?

N: Hören Sie gefälligst mit den Spitzfindigkeiten auf! Woher soll denn ich das wissen? Vielleicht zahlt dann die EU Zuschüsse.

J: Ich verstehe. Gestatten Sie mir eine letzte Frage: Wo wohnen Sie?

N: In Köln. In der Innenstadt. Ist nicht ganz billig, aber bei meiner Pension kann ich mir das ja Gott sei Dank gut leisten. Aber ich fahre jedes Wochenende raus aufs Land. Na ja, fast jedes. Dann bringe ich den Leuten da was über Natur und Umwelt bei. Aufklärung ist ganz wichtig heutzutage! Die Ärmsten sind ja so ahnungslos. Außerdem bin ich Mitglied beim N. und B. 120,00 € im Jahr kostet mich das. Trotz Ruheständler- Rabatt. Wer soll das alles noch bezahlen? Und dann natürlich die Demos.

J: Haben Sie denn keine Angst, noch mal einen Burnout zu kriegen?

N: Nein. Mein Doc meint, jetzt wär´s ja anders. Jetzt macht mir der ganze Stress schließlich Spaß. Wie auch immer – man macht´s ja gern. Wenn´s eben geht, fahre ich da auch mit dem Fahrrad hin. Zumindest die letzten 100 Meter. Ich hab´ da so´n geilen Fahrradständer für meinen SUV von meiner Frau geschenkt gekriegt. Jedenfalls – für Umwelt und Natur bringe ich persönlich jedes Opfer…..

J: Herr N., vielen Dank für das interessante Gespräch.

Bis hierher…

Bis hierhin war´s nur ein Interview. Aber ich bin ja ein misstrauischer Mensch. Ich beobachte die Strategie schon die ganzen Jahre. Und ich warne seit vielen Jahren schon vor dem, was kommen wird.

Woher ich das nehme? Na, ich meine, Geschichte wiederholt sich. Und warum tut sie das? Weil sie von Menschen gemacht wird. Und weil Menschen nun mal festgefügte Verhaltensmuster haben, die sofort durchbrechen, immer wieder nach dem gleichen Schema, wenn sie nicht wirkungsvoll durch gewisse Sicherungsinstrumente in Schach gehalten werden. Zu solchen Sicherungen gehören Ethik, Moral, Anstand, Charakter. Auch Normen wie Gesetze, religiöse Gebote. Klingt gut. Aber auf die kann man sich leider nicht verlassen. Gelegenheit macht Diebe, sagt man. ** Das ist ja der Grund dafür, dass die Gewaltenteilung erfunden wurde. In der Demokratie.

Nehmen wir das Ganze mal am Beispiel des Kommunismus: Eine ganz exzellente Theorie. Die dann bekanntlich 1917 in die Praxis umgesetzt wurde. In der Sowjet- Union und ihren Satelliten, später in China. Wir erinnern uns: Persönliches Eigentum ist das Grundübel, alles gehört dem Volk. Und persönliche Interessen zu verfolgen, ist ein Sakrileg. Freies Unternehmertum geht gar nicht. Alles üble Ausbeuter. Das hat damals dem unterdrückten russischen Volk eingeleuchtet, die Leute haben sich gesagt, schlimmer als heute kann´s nicht werden. Das Problem nur: Es wurde schlimmer. Sobald sich nämlich die Führungsclique etabliert hatte, wurden alle diese Regeln für die Parteibonzen sofort außer Kraft gesetzt. Wegen ihrer Verdienste ums große Ziel, um die Volksmassen sind schließlich Ausnahmen erlaubt. Und so lebten und leben sie wie Feudalkapitalisten. In unerhörtem Luxus, während dem Volk jedes Opfer um der Sache willen abgefordert wurde. Gerade wir Deutschen, zumindest ein großer Teil von uns, haben das in lebhafter Erinnerung.

Ziehen wir dazu mal die Parallele, die seit Jahren aktive „Naturschutz“- Bewegung. Jeder kennt meine Meinung: Hier versucht eine kleine Meinungsführerschicht, ein paar Hohepriester der reinen Lehre, sich die Deutungshoheit und die alleinige Verfügungsgewalt über Natur und Umwelt zu verschaffen. Sie haben´s weit gebracht, mit Hilfe der Parlamente. Verbandsklagerecht. Die alleinige Verfügungsgewalt über die Jagd ist absehbar, zumindest in NRW, wenn Remmel sich durchsetzt. Und genau das ist auch das klare, nur sorgfältig vernebelte Ziel von NABU, BUND und Remmel. Die jetzigen Jäger, allesamt kritisch den Demagogen gegenüber eingestellt, sind dann Geschichte. Teilweise haben sie schon resigniert, leben im Ausland, jagen im Ausland. Siehe die Verhältnisse in Holland. Deswegen ist eine Analogie zum Reichsermächtigungsgesetz nicht von der Hand zu weisen. Eben weil das Parlament kräftig mitgeholfen hat bei seiner eigenen Entmündigung und Ausschaltung. Was wird wohl passieren, wenn das alles über die Bühne gegangen ist?

Ganz einfach: Dann hat über kurz oder lang jeder von denen auf einmal den Jagdschein. Und geht jagen. **

Weil´s dann nämlich auf einmal notwendig ist. Dann natürlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit, im exklusiven Zirkel. Schließlich hat das Fußvolk keine Ahnung. Im Dienste der Allgemeinheit natürlich. Natürlich machen die´s dann viel besser als die ehemaligen Ehrenamtler- Jäger. Ähnlich wie bei der Energiewende. Und glaubt auch nur ein Mensch, umsonst wie bei uns? Eins ist sicher, wie der Tod und die Steuern: Die „Experten“ lassen sich auch nicht die kleinste Möglichkeit entgehen, dem Bürger weiter das Geld aus der Tasche zu ziehen. Darin sind die Weltmeister. Die Begründung wird sein: „Jagd ist nötig. Sie dient der Umwelt und damit der Allgemeinheit. Also hat die Allgemeinheit auch zu zahlen! Ab jetzt gibt´s gar nichts mehr umsonst wie früher! Die Zeiten sind vorbei. Gewöhnt Euch dran! There´s a new sheriff in town….“

Die alte Tante SPD wird einmal mehr, anders als Otto Wels 1933, daneben stehen und nicken. Was bleibt ihr übrig?

* Damit bezeichnet man im allgemeinen Sprachgebrauch Organisationen und Verbände, die zwar in keinster Weise politisch legitimiert sind, aber oft starken Einfluss auf die Parlamente haben. Im Allgemeinen haben solche Organisationen keinen üblen Ruf, es gibt da sehr honorige NGOs, nur der Sache verpflichtet und von hohem Wert für die Menschheit. Bei den „Naturschützern“, zumindest bei den bekannten hier in Deutschland, habe ich da so meine Bedenken. Das sind längst keine NGOs mehr, sondern hoch profitable Konzerne, knallhart und professionell gemanagt, vor allem bestens verzahnt, versippt und verschwägert mit den Grünen. So sehr, dass die schon genüsslich Kabinettsbeschlüsse in allen Einzelheiten kolportieren, noch bevor die Abgeordneten, also der Souverän, davon weiß.

** Als kleine Allegorie: Mark Twain hat mal gesagt: „Ich kann reiche Leute nicht leiden. Aber wenn ich Gelegenheit hätte, selbst einer zu werden, würde ich für nichts garantieren.“

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Ein Kommentar zu Ein Interview

  1. Peter von Hucrithi sagt:

    Vielen lieben Dank Herr „J“ – das war sehr beeindruckend! Die Notwendigkeit Flora und Fauna, vorallem aber in Ballungszentren durch konstruktives Wirken gewisser Regulative (angewanste Jagd- u. Forstwirtschaft) natürlich/nachhaltig aufrecht zu erhalten, liegt ohne Zweifel auf der Hand, das haben ihre Argumente recht deutlich gemacht. Auch fand ich analog dazu den gesellschaftspolitischen Schlenker als Abschlussbemerkung, angesichts der gegenwärtigen Situation, außerordentlich lehrreich. Nur so kommt man in’s Denken. Weiter so, „J“! Ihr Peter

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