Einfach ist es nicht …

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Einfach ist es nicht …

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…. aber man kann es lernen.

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Dass ich so meine Probleme habe mit dem Auftreten und Agieren der Jägerschaft in der Öffentlichkeit, ist spätestens nach Erscheinen meines Beitrags „We want our money back“ vor einiger Zeit klar; letztens habe ich aus aktuellem Anlass noch einen draufgesetzt mit dem Artikel „Heute im Lokalfernsehen“.

Aber man kann schreiben, was man will: Die Leute lesen es, man bekommt begeisterten Zuspruch – und nach einer Woche schon stellen die, die gerade noch der Kritik daran begeistert applaudiert haben, den nächsten „Antrag auf Verlängerung der Jagdzeit“. Oder sie nehmen, wie am 23. März im Lokalfernsehen wieder gesehen, zum Thema „Wildschäden durch Sauen“ an Reportagen teil, in denen zwar komplett umgedrehte Wiesen gezeigt werden, die aussehen, als hätte da nachts eine Panzereinheit Manöver gehabt (da weiß der jägerische Laie dann auch, warum Schwarzwild Schwarzwild heißt), in denen als Heilmittel gegen diese Katastrophe aber lediglich gefordert wird, „dass mehr gejagt werden muss“.

Zwei Dinge sind mir bei der Reportage durch den Kopf gegangen:

Erstens, dass damit – natürlich – der Jägerschaft einmal mehr der schwarze Peter zugeschoben wurde, wenn auch diesmal nicht so aggressiv wie sonst, eher unterschwellig, aber dennoch als deutliche Botschaft beim Zuschauer angekommen.

Zweitens, und da mache ich eine Wette darauf, dass es so war, obwohl ich nicht dabei war: Die beteiligten Jäger werden bei den Aufnahmen ganz andere Aussagen gemacht haben, vor allem werden sie mit deutlicher Kritik auf das neue „ökologische“ Jagdgesetz in NRW hingewiesen haben, das die Schwarzwildjagd nicht nur erheblich erschwert, sondern sogar gegenüber früher zeitlich deutlich einschränkt mit den Verkürzungen der Jagdzeiten. Nur guckt der in Manipulations- Dingen außerordentlich versierte Redakteur dann bei der „Emser Depesche“ ab: „Nur durch Streichungen, ohne ein Wort hinzuzufügen“, wie Bismarck das damals eifrig betonte, kann man einen Sachverhalt und die sich daraus ergebenden Schlüsse komplett ins Gegenteil verkehren: Nicht BUND- Remmel und seine parlamentarischen rot- grünen Ausführungsgehilfen haben´s vergeigt – nein, natürlich sind´s die Jäger.

Anders herum gesagt: Die Jäger waren bei der Reportage zwar alle voll des besten Willens, sind aber von den Profis wie immer fast amüsiert – gelangweilt abgekocht worden.

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Was machen?

„Es ist weder Treu´ noch Glaube in der Welt“, hat schon Altmeister Löns mehrfach betont. Und wenn, wie in diesem Fall, allein durch den Sendeschnitt nicht der Schatten einer Kritik an ideologisch motivierten politischen Randalierern deutlich wird, wenn horrende Umwelt- Stümpereien kalt lächelnd und ganz einfach, aber sehr wirkungsvoll allein durch die Verwendung des Etiketts „ökologisch“ salonfähig gemacht werden können – ja dann scheint ja wohl gar nichts mehr zu helfen. Geben wir´s auf. Oder?

Kann man machen.

Man könnte aber auch endlich mal darangehen, sich der gleichen Methoden zu bedienen wie unsere erklärten Kontrahenten. Denn eines ist wahr: Wir Jäger sind unbequeme Konkurrenten. Weil wir die ganze Chose, für die die sich fürstlich von Steuerzahler und Spendengebern bezahlen lassen, gänzlich umsonst machen. Nicht nur das: Wir bezahlen noch eine Unmenge an Geld dafür. Solche Konkurrenz ruiniert auf Dauer selbst das profitabelste Geschäftsmodell, und erst recht ist es tödlich, wenn man ein Meinungs- Monopol in Sachen Umwelt + Natur zum Ziel hat. Deshalb werden alle Register gezogen, die Jäger in der öffentlichen Wahrnehmung bedeutungslos zu machen. Und die Register, die da gezogen werden, die sind mittlerweile eine Wissenschaft für sich.

Wenn man da nur ein wenig beschlagen ist, kann man auch einem Reportage – Team ziemlich einfach die Grenzen zeigen. Einfach nur dadurch, dass man trotz der vermeintlich so tollen Gelegenheit, eine öffentliche Plattform zu bekommen, ein wenig kritisch bleibt und nicht euphorisch jede Zurückhaltung gegenüber den „netten, so wahnsinnig sympathischen Leutchen“ vom Sender- Team fallen lässt.

Nur muss man wissen oder zumindest ahnen, wie die „netten Sender- Fuzzies“ wirklich denken, wie Redaktionen funktionieren. Das kann man lernen, und das sollten wir nicht nur, nein, das müssen wir sogar, und zwar schnell, wenn wir mit unserer Jagd nicht untergehen, uns fremdbestimmen lassen wollen durch Leute, die von einer ganzen Menge Sachen etwas verstehen, nur nicht von Umwelt, Natur, und schon mal gar nichts von der Jagd.

Aber Fallen für die Öffentlichkeit stellen können sie, unbestritten. Und die Fallen sind noch nicht mal besonders raffiniert konstruiert, manchmal sogar so unglaublich durchsichtig und widersprüchlich in sich, dass jeder denkende Mensch sich die Augen reibt. Nur wird die Fallenstellerei im Unterschied zu unseren „Aktionen“ professionell geplant, inclusive Aufwand- Ertrags- Kalkulation, exakt abgestimmtem Zeit- und Aktionsplan und politischer Rückendeckung, und dann wird das Ganze genauso professionell und konsequent durchgezogen.

Eignen wir uns die Methoden an, statt nur naiv- gutgläubig von einer Falle in die andere zu trapsen. Fangen wir an, selbst welche fängisch zu stellen, die richtigen Fragen an den richtigen Stellen zur richtigen Zeit zu stellen, vor allem mit dem nötigen Tamm- Tamm, laut genug. Der Widerspruch zwischen rein gewerblicher Tätigkeit und Millionen- Erträgen auf der einen Seite und dem Status der Gemeinnützigkeit, vulgo Steuerbefreiung auf der anderen Seite wäre so eine Frage.

Zugegeben: Manchmal hat man dann schon massive Bedenken, weil man irgendwie dauernd mit den Prinzipien der eigenen Erziehung in Konflikt kommt. Also an den Stellen, die zwar nicht ausdrücklich verboten sind, aber an denen Mama und Papa früher trotzdem gesagt haben: „Das tut man nicht!“

Wie gesagt, einfach ist das nicht. Aber man kann es lernen. Und wir Jäger müssen es endlich lernen, denn in Schönheit sterben ist zwar moralisch- ethisch gesehen eine edle Sache.

Tot ist man danach allerdings auch.

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Kirchveischede, 2. April 2017

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Manfred Nolting

Ein Jagdmensch

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Ein Kommentar zu Einfach ist es nicht …

  1. Ronald Braun sagt:

    Mal wieder ein typischer „Nolting“ !
    Klar erkannt, gut beschrieben und ja, wenn „wir“ (die Jägerschaft) das nicht zeitnah lernen, werden wir in die Bedeutungslosigkeit abgedrängt und damit geht viel Gutes verloren.
    Den hohen Anspruch an Prinzipien festzuhalten (die sicher Jahrzehnte Geltung hatten) ist siche sehr lobenswert, nur haben diese Ansprüche bei unseren Mitmenschen schon längst da zeitliche gesegnet!
    Wenn wir von einem „Kampf“ reden, so sollten wir (auch wenn es ab und an schmerzt) mit „gleichen“ Waffen kämpfen!

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