Mehr Jäger braucht das Land

 

Mehr Jäger braucht das Land

Jägeranteil erhöhen – aber wie?

Frankreich. 1 Mio Jäger, und das bei 65 Mio Einwohnern. 1,54 %. In Deutschland sind´s gerade mal 0,43 %. Die können weit mehr Rabatz machen als wir, das steht fest. Noch mehr können das übrigens die Iren, die haben einen Jägeranteil von fast 9 % an der Gesamtbevölkerung. Da kommt so was wie Ehrfurcht auf, da können wir uns in Deutschland nur hinter verstecken. Aber wie das ändern? Es fruchtet ja nichts, die Jagd wird in der Öffentlichkeit regelmäßig und systematisch runtergemacht, hat einen denkbar schlechten (falschen!) Ruf dadurch bekommen, mit Prestige wie früher ist es also nicht so weit her, eher im Gegenteil. Da müssen neue Wege gefunden werden.

Wir sollten vielleicht mal folgende Strategie andenken:

Es ist ja allgemein bekannt, wie viel die Jäger in Deutschland unentgeltlich für die Allgemeinheit leisten. Also sollte man einfach unschuldig fordern, dass die Aufwendungen des einzelnen Jägers im Zusammenhang mit der Jagd zumindest steuerlich in Ansatz gebracht werden dürfen. Ich meine, das wäre nur recht und billig, weil alles mögliche Gedöns sonst auch in Deutschland als gemeinnützig anerkannt ist und damit steuerbefreit ist, und das bei Wahnsinns- Konzernumsätzen. Wohlgemerkt, ich meine damit nur „steuerlich in Ansatz bringen“, nicht vollständig von der Allgemeinheit erstatten! Der Staat macht dabei also auch noch ein fulminantes Geschäft.

Eingedenk eines bekannten Bonmots, dass der Steuerspar- Instinkt des durchschnittlichen Deutschen sogar noch deutlicher ausgeprägt ist als sein Sexualtrieb, könnten wir damit auf einen Wahnsinnszulauf hoffen.

Und weil nach unserem Steuersystem, Stichwort Progression, Steuerabzüge vor allem nur für  d i e  wirklich lohnend sind, die auch ein sehr hohes Steueraufkommen haben, vulgo jede Menge verdienen, wird der Zulauf sich im Wesentlichen aus solchen Leuten rekrutieren. Menschen aber, die jede Menge verdienen, verfügen in der Regel auch über jede Menge Einfluss, wirtschaftlich und vor allem politisch gesehen.

Zugegeben, es wird dann auch eine Menge Kartei- Jäger geben, die mit der Jagd eigentlich gar nichts am Hut haben, sondern eigentlich nur ausgeprägte steuerliche Interessen verfolgen. Aber das soll´s  ja in anderen Bereichen auch geben, und kein Mensch regt sich darüber auf. Vor allem wäre das für die echten Jäger unter uns keineswegs von Nachteil. Denn die Kartei- oder Steuerjäger müssen ja nicht jagen, wenn sie nicht wollen, das können sie ruhig uns überlassen.

Was sie aber unter allen Umständen tun werden: Sie werden von da an unsere Jagd mit Zähnen und Klauen verteidigen, mit allem Furz und Firlefanz, der dazu gehört: Bestens bezahlte Juristen, Lobbyisten, Interessenvertreter, gekaufte Presse, kurz richtig professionell. So wie unsere Jagdgegner das halt heute schon tun. Die haben eben die Grünen fürs Grobe.

Wir könnten uns entspannt zurücklehnen, beruhigt zur Jagd gehen. Die Jagdverbände hätten endlich auch den lästigen Druck weg, harte Interessenpolitik für uns Jäger zu betreiben; sie könnten also weiter ihren Grüßaugust- Status behalten und hochtrabende Titel führen, repräsentieren und bedeutungsschwere Reden halten. Und unsere Steuer- Optimierten hätten den Status Jäger (der dann natürlich auch wieder das entsprechende Prestige hätte), ihre Steuervorteile, und sie wären dazu noch die Wohltäter der Nation. Kurz: Eine Win- win- Situation, wie das so schön auf neudeutsch heißt.

Die einzigen, denen das nicht passen würde, waren unsere Gegner – Nabu, BUND, ihr verlängerter politischer Arm, die Grünen. Die würden garantiert die Gerichte anstrengen – Plagiatsvorwürfe, Markenrechtsverstoß und so was. Ich seh´s direkt kommen.

Kirchveischede, 19. September 2013

Manfred Nolting

Ein Jagdmensch

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