Warum jagen wir?

Warum jagen wir?

Eine ganz einfache Frage. Die meist gehörte Antwort: „Dumme Frage. Natürlich, weil.., na ja weil…. Können wir die Frage mal zurückstellen?“ Das hier ist die Standard- Antwort, würde ich mal sagen, auf die wirklich einfachste Frage nach unserem Tun. Für viele Jäger ist sie aber so offensichtlich so furchtbar schwierig zu beantworten, dass man lang hinschlägt. Ich habe unter dem Punkt „Grundsätzliches“, Unterpunkt „Fazit“ vor einigen Jahren schon einmal zu dem Thema Stellung genommen. Ich zitiere: „Wenn wir dann, nach unserer persönlichen Motivation befragt, eine klare, nachvollziehbare Antwort schuldig bleiben oder diffus herumeiern, schlimmstenfalls das Angstbeißen anfangen, dann ist das nicht mehr zum Lachen. Allein das unterstreicht, wie wichtig es für jeden Jäger ist, sich über seine ur- persönlichen Motive klar zu werden.“

Wie wichtig das ist, zeigt in aller Deutlichkeit folgende Geschichte, auf die ich zufällig im Internet gestoßen bin. Unter http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/107262.html hat hier ein Schüler/in ein Referat über die Jagd geschrieben, Thema: „Jagd – eine ökologische Maßnahme?“ Um es vorweg zu nehmen – hier hat ein junger Mensch sich offensichtlich bemüht, es sich nicht einfach gemacht und eine fundierte und an sich gut recherchierte Arbeit über 16 Druckseiten geschrieben, sicher das Ergebnis  langer Bemühungen. Das Manko: Er / sie hat mit keinem einzigen Jäger, wohl auch mit keinem Jagdgegner selbst gesprochen, sondern Quellenstudium betrieben und hat vorausgesetzt, dass das, was da so veröffentlicht wird, auch den Tatsachen entspricht. Das ist normal, vor allem bei einem jungen Menschen. In diesen Quellen aber werden durch unsere „unvoreingenommenen“ Medien die Jagdgegner deutlich vorteilhafter präsentiert als wir Jäger, vor allem wird keines ihrer so genannten „Argumente“ auch hinterfragt, unsere sehr wohl. Die Folge: Argumente von Jagdgegnern, so krude, konstruiert und teilweise bewusst unwahr sie für Fachleute schon auf den ersten Blick sind, klingen zunächst einmal nachvollziehbarer, schlüssiger, vor allem wohl auch, weil sie den herrschenden Bambi- Zeitgeist bedienen. Das Schlimme aber: In den Quellen über die Jagd war auch noch Haarsträubendes zu lesen, s. weiter unten. Das persönliche Resümee des Schülers oder der Schülerin jedenfalls lautete wie folgt (im Original übernommen):

„Insgesamt ist die ganze Argumentation der Jäger sehr dürftig. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Tatsache mit der Tollwut, wie sie in 5.2 erläutert wird, oder die Aussage der Jäger, das der Fuchsbandwurm eine große Gefahr für den Menschen darstellt. Dies ist nämlich ,,eine unbewiesene Spekulation“ sagt der Münchener Infektiologe Hansdieter Notdurft: ,,Es ist wahrscheinlicher das ihnen ein Ziegelstein auf den Kopf fällt. Wenn ich dann daraufhin in einem Zeitungsbericht lese, das dies die Jagd rechtfertigt , was gar nicht bewiesen ist, denke ich mir doch auch das die Jäger verzweifelt nach Gründen suchen um weiter ihren unfairen Sport zu betreiben.“

So viel dazu. Und genau das passiert, wenn einige Jäger es sogar noch heute fertig bringen, in der Öffentlichkeit so hanebüchene Aussagen zu machen, wenn sie nach den Gründen für die Jagd gefragt werden, nur weil sie sich

erstens) sachliche Gründe für die Jagd, geschweige denn ihre eigenen Motive selbst meist noch gar nicht klar gemacht haben und

zweitens), wenn sie das getan haben, sie sich nach wie vor nicht trauen, ihre persönlichen Motive zu nennen. Stattdessen so etwas.

Nicht nur, dass wir uns bei jedem nüchtern denkenden Normalbürger damit lächerlich machen, nein, zumindest in diesem Fall hier haben wir wahrscheinlich dauerhaft einen sich vorher völlig normal und neugierig der Jagd nähernden jungen Menschen verloren. Die / der läuft jetzt neurotischen Geistesgrößen wie Dag Frommhold und Co. hinterher. Man fasst es eigentlich nicht mehr.

Nota bene: Wenn wir unsere Motive ehrlich benennen, bedeutet das nicht, dass jetzt jeder Jagdgegner sofort mit fliegenden Fahnen zum Jagdkurs rennt. Aber zumindest geben wir ein stimmiges Bild ab mit dem derzeitigen Stand der Wissenschaft und unserer Passion, zudem machen wir uns nicht lächerlich oder erwecken bei eigentlich neutral eingestellten Menschen nicht den Eindruck, als hätten wir etwas zu verbergen. Aber betrachten wir unter dem Eindruck des eben Beschriebenen doch einmal die tatsächliche Situation. Zunächst einmal, wie ordnet sich das Phänomen Jagd eigentlich in die Natur ein?

Jagd und Natur

Jagd gibt es, seit es überhaupt tierisches bzw. mehrzelliges, nicht pflanzliches Leben gibt. Sie trat einfach auf und war in der Welt, als der erste Organismus sich darauf spezialisierte, seine Energie nicht mehr aus der Photosynthese, sondern aus seinem benachbarten Zellklumpen zu beziehen. Man wird sich diese Urform der Jagd wahrscheinlich so vorstellen können wie das Ernährungsverhalten unserer heutigen Schleimpilze. Die Natur hat sehr schnell, wie immer bei vergleichbaren Zielkonflikten, aus der Tatsache Jagd das Beste gemacht: Sie hat kurzerhand die Beutetiere, ihre gesamte Ökologie, ihre Lebenszyklen darauf ausgerichtet, dass es Jagd gibt – und, genial, das Ganze sogar zu einem sich positiv auswirkenden Evolutions- Faktor umgestaltet. Mit anderen Worten: Sie hat Jagd zu einem entscheidenden Faktor der Evolution, zur Gesunderhaltung, zur Weiterentwicklung der Arten notwendig gemacht, und zwar von Anbeginn des Lebens an. So ist es nun mal, und selbst die verbohrtesten Ideologen hüten sich tunlichst, dem Normalbürger etwas anderes verkaufen zu wollen. Eher könnten sie bestreiten, dass der Papst Katholik ist.

Die Menschenjagd

Bei der Menschenjagd sieht es zumindest heute ein wenig diffiziler aus, unsere Mitbürger betrachten sie nämlich auch aus anderen als der rein ökologischen Perspektive; vor allem wird sie vor dem sozio- kulturellen Hintergrund durchleuchtet. Zunächst einmal ist Jagd eine Tätigkeit wie viele auf der Welt – Sport, Bergsteigen, Wandern, Lesen, Grillen, Campen usw. usw.. Sie steht damit im Licht der Öffentlichkeit. Da die Feudalzeiten Gott sei Dank vorbei sind, wir in einer Demokratie mit Presse- und Meinungsfreiheit leben, ist es nur natürlich, dass sie wie jede andere Aktivität, wie jeder Verein, wie jede andere gesellschaftliche Gruppierung und Standesvereinigung auch in den Fokus der öffentlichen Debatte rücken kann – und das auch tut.

Der Bürger, der Souverän, die Öffentlichkeit also verlangt zunächst erst einmal zu wissen, ob eine Tätigkeit bzw. eine Gruppierung für die Umwelt, für den Staat, die Allgemeinheit unbedenklich ist. Mit anderen Worten: Wird die Umwelt geschädigt, werden natürliche Ressourcen und Habitate zerstört? Eine weitere Frage: Tummeln sich dort überdurchschnittlich Elemente, Menschen, die die öffentliche Ordnung, unseren Staat und seine Verfassung gefährden, eventuell eine Gefahr für die Allgemeinheit sind?

Nun, beide Fragen kann man für die Jagd, die Jäger erwiesenermaßen klar verneinen. Im ganzen Gegenteil. Biotoppflege, Anlage von Habitaten, Pflege der Wildbestände, Hege der geschützten Arten: Keine andere gesellschaftliche Gruppierung in Deutschland leistet auch nur annähernd Vergleichbares für die Umwelt und damit die Allgemeinheit. Und das, noch einmal ausdrücklich bemerkt, auf eigene Kosten, aus bereits versteuertem Einkommen, d. h., ohne diese Aufwendungen steuerlich geltend machen zu können, vor allem, ohne vom Staat dafür mit Zuschüssen und Spenden bedacht zu werden. Das genaue Gegenteil ist der Fall, wenn ich z. B. an die unselige Straf- Jagdsteuer denke. Und dass, zweitens, Jäger (und Sportschützen z. B.) weit überdurchschnittlich loyale und gesetzestreue Bürger sind, belegt jede Statistik und ist ernsthaft nicht zu bezweifeln. Wenn man so will, ist das der Ausschluss des Negativen.

Das ist aber nur ein Teil dessen, was den Bürger interessiert. Von gleichem Interesse ist für ihn das, was ich mal mit Positiv- Definition beschreiben möchte: Warum eigentlich wollen gut 375.000 Menschen in Deutschland jagen, was verbinden sie damit? Kurz, man sucht die Begründung für ihre Tätigkeit. Und jetzt müssen wir Jäger liefern, wer denn sonst? Wir müssen neben den sachlichen Gründen für die Jagd auch unsere persönlichen Motive nennen. Das setzt zweierlei voraus: Wir müssen uns über sie im Klaren sein und sie müssen nachvollziehbar und ehrlich sein. Wir müssen die Jagd also nicht nur in ihrer Rolle beschreiben, die sie im natürlichen Umfeld spielt, sondern auch darstellen können, was sie für jeden von uns persönlich bedeutet.

Warum Jagd?

Lange Zeit war eine Begründung für die Jagd gar nicht gefordert, sie war einfach Bestandteil des täglichen Lebens, auch des Lebensstils. Genauso gut hätte man die Leute damals fragen können, warum es das Wetter gibt. Jeder Mensch wusste, dass die Jagd Bestandteil der Natur ist, nahm sie als selbstverständlichen Teil seiner Umwelt wie das Wetter, Geburt und Tod wahr, wusste, dass sie nötig ist, dass sie ohne jeden Schaden für Natur und Umwelt möglich ist und, vor allem, dass sie von Vorteil ist, als Nutzung der von der Natur vorgesehenen Ressourcen. Im Unterschied zu heute lebte jeder ohne Unterschied in unmittelbarem Kontakt zur Natur, man sah und hörte, was in der Welt vor sich ging, tagtäglich. Die meisten schlachteten ihre Tiere selbst, Nutzung der Natur vom Ernten der Wildfrüchte bis hin zur Schlingenstellerei auf Niederwild war allgemein übliche Praxis.

Heute, in der Moderne, ist das ausgeprägte Gegenteil der Fall. Waren noch vor gut hundert Jahren mehr als 50 % der arbeitenden Bevölkerung in der Land- und Forstwirtschaft tätig, also mit unmittelbarem Zugang zur Natur, sind es heute gerade mal knapp 1,5 % (1,1 Mio). Von uns Jägern gar nicht zu reden: Mit unseren 375.000 Hanseln stellen wir noch nicht einmal ein halbes Prozent der Bevölkerung, dazu gibt es noch erhebliche Schnittmengen mit der Land- und Forstwirtschaft; die Landbevölkerung, also die Nichtstädter, sind zumindest noch eingebunden in das, was ringsum vor sich geht. Mit anderen Worten: Geschätzt 90 % der Gesamtbevölkerung Deutschlands haben seit Jahrzehnten fast jeglichen direkten Kontakt zur Umwelt verloren, sie kaufen ihre Lebensmittel im Supermarkt, die Tiere schlachtet der Metzger. „Natur“ findet, wenn überhaupt, daheim im Garten, im Zoo, im Urlaub, vor allem in den Medien statt, fast immer auch noch im „Landleben- Stil“ idyllisiert. Wohlgemerkt, den naturentwöhnten Bürger trifft hier kein Vorwurf. So hat sich die Welt nun mal entwickelt, wir können sie uns schließlich nicht malen. Aber man sollte mal einen zunehmend kritischen Blick auf die Disney- Schönfärber werfen, einmal deutlich auf die professionell geschönte und verkindlichte Darstellung der Umwelt durch Medien hinweisen, auf die Interessengruppen, die mit dieser verschobenen Art der Darstellung ihren Lebensunterhalt verdienen und den Millionen Gutgläubigen jedes Jahr zig Millionen an Spendengeldern aus den Taschen ziehen. Millionen, die dann, um das Bild abzurunden, zum allergrößten Teil auf den Gehaltskonten der Funktionäre landen, zum anderen Teil für PR- Aktionen und für Drückertruppen verwendet werden. Zu den Armen jedenfalls gehören sie durch die Bank nicht, aber als gemeinnützig eingestuft sind sie, also steuerfrei gestellt trotz Millionen- Erlösen jährlich. Die Aktionen und Projekte jedenfalls, die tatsächlich und konkret der Umwelt zugute kommen, lassen sich die professionellen Spendensammler so gut wie immer aus irgendwelchen öffentlichen Fördertöpfen bezahlen, sprich vom Steuerzahler. Dem breiten Umweltbewusstsein jedenfalls, d i e  Voraussetzung für wirksamen Umweltschutz, wird damit ein Bärendienst erwiesen, und gerade wir Jäger wissen manches Lied davon zu singen.

Denn genau diese verkindlichte Weltsicht macht es für uns schwierig, dem Normalbürger die wirklichen Zusammenhänge und Regelkreise der Natur und damit auch unsere Motivation für die Jagd näherzubringen. Das ist so, als wollte ein Steuerberater einem Werkzeugmacher seine Welt erklären– oder umgekehrt. Im Crash- Kurs geht das nicht. Aber wir haben das immer wieder versucht. Und reagierten dann oft verstört- verletzt, wenn das heillos aus dem Ruder lief. Man verstand einander nicht, weil man auf völlig verschiedenen Argumentationsebenen diskutierte, beim jeweils anderen Informationsinhalte voraussetzte, die schlicht nicht da waren. Hier die manifestierte Vorstellung der Welt als große Puppenstube, die in ewigem Gleichmaß idyllisch vor sich hin evolutioniert (oder das zumindest krampfhaft herbeiwünscht), da im Gegensatz dazu die tagtäglich erlebte Realität.

Um die Gründe, unsere Motive der Öffentlichkeit rüberzubringen, muss man dicke Bretter bohren, fundierte Informationen herausgeben, vor allem nicht den Versuch unternehmen oder den Anschein erwecken, etwas unter den Teppich kehren zu wollen, weil man die Befürchtung hat, dass eines oder einige unserer Antriebe falsch rüberkommen. Sicher, wir haben ja jahrzehntelange schlechte Erfahrung, weil von interessierter Seite jede Äußerung, vor allem im Nachspann von Filmreportagen, meist im hämischen Unterton zu unserem Nachteil umgedeutet wurden und werden. Was auch immer vorgebracht wurde, es hatte bereits nach kurzer Zeit Hautgout.

Dann aber, im Zuge der Intensivierung der Ökologie- Debatte, ergab sich das, was ich den „monokausal- bequemen Begründungsansatz“ nenne.

Der monokausal- bequeme Ansatz – Geniestreich oder Rohrkrepierer?

Auch bei den Jagdgegnern konnte man die natürlichen Abläufe nicht abstreiten. Es gibt Tiere, die jagen, es gibt Tiere, die gejagt und zur Beute werden. Also kann Jagd schlecht als unnatürlich verkauft werden. Und so konnte man gegen die Begründung, dass die Funktion der Jagd als Ersatz für die fehlenden Großräuber unverzichtbar ist, einfach nichts einwenden. Darauf haben wir uns auch bis heute ausgeruht. Die Jagd wird zwar weiterhin nach Kräften behindert und attackiert, aber nur mittelbar: Man verkompliziert, schränkt ein, verschärft das Waffenrecht bis zur fast völligen Unanwendbarkeit etc. etc. Trotzdem, die Jagd an sich stand prinzipiell nicht zur Disposition. Die „Ersatz- Regulator“- Begründung stimmte zwar und stimmt ja auch heute noch; nur ist es eben meiner Meinung ein sachlicher Grund für die Jagd – und hat mit unseren persönlichen Motiven nur am Rande zu tun. Die Jäger, die Jägerei sind also unter ihrer eigentlich weit ergiebigeren Argumentationskapazität geblieben. Warum?

Weil man sich nicht getraut hat, die reine Freude an der Jagd deutlich zu machen. Auch das aus einem ganz simplen Grund: Hat sich tatsächlich einmal ein Jäger erkühnt, das auszusprechen, haben unsere Gegner das sofort umgedreht in „Mordgier“, „Lust am Töten“, „Machtwahn“ und was dergleichen intelligenter Ergüsse mehr sind. Nichts davon ist wahr, und ich verweise hier einmal mehr auf Ortega y Gasset: „Wir gehen nicht jagen, um zu töten, sondern wir töten, um gejagt zu haben!“ Aber mit dem genügenden Quantum an Bedenken- und Prinzipienlosigkeit kann man jede Wahrheit in die gewünschte Richtung biegen. Dazu ein weiteres Zitat des Ortega y Gasset: „Ich verlange nicht, dass der Kleinbürger seine Moral aufgibt. Ich verlange nur, dass er mir meine lässt!“

Das war und ist einfach die Realität. Da es aber immer schwer war und ist, gegen geschickt, aber massiv- bedenkenlos manipulierte Emotionen und Gutmenschtümelei argumentativ anzukommen, wurde also ausschließlich die ja ganz zweifellos wahre sachliche Begründung „ins Rennen geschickt“: Jäger sind Ersatz für Großräuber, gäbe es uns nicht, träten massive Störungen der natürlichen Abläufe auf. Und das will ja niemand. Die m. E. persönlichen Motive werden konsequent nicht genannt, um ja keine Debatten, vor allem keine „shitstorms“ aufkommen zu lassen. Dünne Bretter bohren eben. Zugegeben, das war nicht nur der bequemste, sondern auch wirkungsvollste Weg, vielen Anwürfen zu begegnen, weil gegen das Argument noch nicht einmal die verbohrtesten Ignoranten und Disney- Weichgespülten ein ernsthaftes Gegenargument zur Hand hatten.

Alles gut

Na dann ist ja alles gut, könnte man jetzt sagen und sich beruhigt zurücklehnen. Aber Vorsicht, denn genau da liegt die Crux, ein potentiell ernsthaftes Problem in nicht allzu ferner Zukunft, wenn wir unsere oben skizzierte Strategie mit ausschließlich dieser einen Begründung weiterfahren. Denn wenn wir nicht endlich neben den sachlichen Gründen – notwendige Regulationsfunktion, Jahrtausende alte Form der Nutzung natürlicher Ressourcen – auch unsere persönlichen Motive vortragen und diese offensiv kommunizieren, nämlich die reine Freude an der Jagd selbst, an dem Lebensgefühl, das damit verbunden ist, wenn wir diese Motive nicht endlich auch gegen vorgebrachte (Schein-) Argumente verteidigen, machen wir uns unglaubwürdig – und geben absehbar die beste Begründung für einen zu erwartenden Angriff aus einer völlig anderen Richtung.

Steigen wir zur Betrachtung zunächst mal in die Welt unserer Professoren, Doktoranden und Universitäten ein, die sich die letzten Jahrzehnte hochprofessionell mit der Jagd, dem Wild, der Umwelt beschäftigt haben, mit oft ganz erstaunlichen Ergebnissen, die unsere jagdlichen Überlieferungen und damit unsere Jagdpraxis genau so oft erheblich durcheinandergeschüttelt haben. Ich will hier nicht in die speziellen Themen einsteigen, sondern nur den Bereich ansprechen, der bei dem hier angesprochenen Thema von Bedeutung ist.

Kompensatorische Sterblichkeit

Professor Dr. Heribert Kalchreuter hat bereits 1977 in „Die Sache mit der Jagd“ den Begriff „kompensatorische Sterblichkeit“ geprägt, der schnell Eingang gefunden hat in die Wissenschaft. Er selbst hat ihn einmal griffig erläutert mit der eher flapsigen Aussage: „Sie sterben, ob wir sie schießen oder nicht!“ Er meinte damit, und die Tatsache ist von vielen Wildbiologen nach ihm in einer Vielzahl von Feldstudien nachgewiesen worden, dass die Jagd im Normalfall nur einen Teil der sowieso auftretenden natürlichen Sterblichkeit gewissermaßen vorwegnimmt. Im Klartext: Alle die Tiere, die wir nicht schießen, werden an anderen Ursachen sterben – Krankheiten, Parasitosen, Schienen- und Straßenverkehr, innerartliche Auseinandersetzungen, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen. Fakt ist: An Altersschwäche stirbt so gut wie kein Wildtier, das ist so sicher wie nur irgendetwas sicher sein kann. Deswegen sind „Gnadenhöfe“ von der Natur auch nicht vorgesehen. (Und trotzdem will jedes Tier in diesen nicht sicheren, risikobehafteten Urzustand ohne jede Versorgungsgarantie durch den Menschen zurück; machen Sie mal ein Weidetor auf, Sie werden sich wundern, wie schnell Rinder draußen sind und in kürzester Zeit wie Wild leben, mit allen Sinnen, allen Überlebens- und Gefahr- Vermeidungsstrategien.) Jagd nutzt also tatsächlich zunächst einmal lediglich den Überschuss. Jagen wir, verschieben wir also einfach nur das Gewicht der natürlichen Sterblichkeitsfaktoren zur Jagd hin. Die anderen Faktoren verlieren im gleichen Maß an Wirksamkeit, verschwinden aber natürlich nicht. Es stirbt weniger Wild an Krankheiten, weil durch geringere Bestände die Infektionsketten unterbrochen werden. Es stirbt weniger Wild auf der Straße, weil durch geringere Bestände weniger Druck zum Abwandern erzeugt wird. Und so fort. Die Gesamt- Mortalitätsrate aber bleibt zumindest zunächst gleich. Hörten wir also wieder auf zu jagen, stürbe nicht weniger Wild, es würden stattdessen eben andere Sterblichkeitsfaktoren wieder ausgleichend wirksamer, vor allem Krankheiten und Hunger.

Wir sehen also, unter populationsökonomischen Gesichtspunkten könnten wir Jagdmenschen morgens getrost im Bett bleiben. Vor diesem Hintergrund drängt sich, logisch, dann aber die Frage auf: Wieso soll dann der Mensch überhaupt noch jagen? Jetzt sind wir vernichtet. Scheinbar. Aber wirklich nur scheinbar. Denn die Antwort ist ganz einfach: Weil wir es können. Damit meine ich zunächst einmal nur die Fähigkeit. Wir können es ganz einfach, wir haben alles „auf den Chromosomen“, was dafür nötig ist. Solche Fähigkeiten werden doch auf anderen Feldern sonst so eifrig gefördert; jeder Sport beweist das. Wozu, ehrlich gesagt, rennen wir heute noch 10 Kilometer durch den Wald (und beunruhigen die Natur), wo es doch längst Segways gibt? Und weiter: Weil wir es können. Die deutsche Sprache ist eine schöne Sprache. Sie erlaubt uns Spielereien. Hier ist damit gemeint, dass die Umwelt, die Natur es zulässt. Wir können es also, im Sinne von „wir dürfen es“; wir reihen uns ein in eine endlose Reihe von Kumpanen, die, im Gegensatz zu uns, geradezu hysterisch verehrt werden: Wolf, Luchs, Bär, Katze, Wildkatze, Löwe, Delfin, Schwertwal usw. usw. Kein Kommentar dazu. Und weil wir es sollten. Weil nämlich die Menschenjagd vor allem anderen etwas will und kann, was die Natur eigentlich so nicht vorsieht und, würde man die Natur personifizieren, auch gar nicht für nötig hielte: Dauerhaft einen gesunden, in etwa gleichbleibenden, vitalen Wildbestand erhalten. 

Natürlicher Ablauf

Die Natur nämlich regelt Bestände in Abwesenheit von Fressfeinden (also Jägern) durch ein dauerndes Auf und Ab der Populationen. Sie reagiert sozusagen verärgert auf die unnatürliche Tatsache, dass es keine oder zu wenige regulierende Fressfeinde (Jäger) gibt. Jahrelangem stetigem, teils rapidem Zuwachs folgen dabei, je nach Vermehrungsstrategie einer Art, Dauerkümmern bzw. Kollabieren der Bestände bis hin zum fast vollständigen Erlöschen. Ein geradezu schlagendes Beispiel dafür bieten unsere Seehundbestände an und in der Nordsee. Nach Verbot der Jagd (Niedersachsen 1971, Schleswig- Holstein 1973) stieg die Zahl der Seehunde kontinuierlich über Jahre stark an, und zwar erkennbar bis über die Lebensraumkapazitäten – und brachen dann 1987 / 88 ein. Der Auslöser des Sterbens war nicht klar, außer, dass die Bestände zu hoch waren. Weil das natürlich nicht sein durfte, wurde eilends ein nicht näher identifizierbares Virus zur Ursache erklärt. Und dieses Virus sei deshalb so tödlich, weil das Immunsystem der Seehunde, natürlich, durch die schadstoffbelastete Nordsee angeschlagen war. So hielt man gleich zwei erklärte Gegner des Geschäfts unter Anklage: Die Kritiker, die die Seehundbestände für maßlos überhöht hielten, und die Industrie mit ihren Schadstoffemissionen.

Schon in 1988 veröffentlichten einige wissenschaftliche Schwergewichte, Meeresbiologen, Zoologen, einen Artikel in der ZEIT, in dem sie diese passgenau zurechtgeschneiderte Interpretation als das bezeichneten, was sie war: Aus den Fingern gesogen.  Aber wie es so ist: Sie drangen nicht durch, die Öffentlichkeit hielt sich an den Disneytalk, und den Sündenbock hatte man ja praktischerweise mitgeliefert bekommen. Das Sterben ging also weiter: 1998, noch verheerender in 2002, als mit mehr als 10.000 Tieren gut 60 % der Bestände verendeten, dann in 2006, zumindest 2006 hielt man die Staupe für den Auslöser. Der tatsächliche Grund, die überhöhten Bestände, ist bis heute nicht en vogue, nicht in den Medien, erst recht nicht bei den mit diesem Riesentheater bestens verdienenden „Umweltschützern“. Wer gefährdet schon gern sein Geschäftsmodell, vor allem dann, wenn´s gerade so schön brummt? Der Grund für diese Sterbewellen ist ganz banal: Weil der einzige nennenswert ins Gewicht fallende Prädator dieser Spezies, der Mensch, wegfiel. Am 25. Juni 2013 meldet WELT online: „Staupe- Epidemie bei Seehunden ausgebrochen. Nachsatz: Aber die „Experten“ sind (mal wieder!) optimistisch….“. So kann man auch massenhaft Tiere quälen. Oostvardersplassen lässt grüßen.

Und von dem viel zitierten hehren Anspruch, ja nicht in die „natürlichen Abläufe“ einzugreifen, was ja ganz nebenbei auch der „Grund“ für das Jagdverbot ist, ist dann nicht mehr viel zu spüren: Heuler werden eingesammelt, aufgepäppelt, wieder ausgewildert, kranke Tiere werden medizinisch versorgt, alles das mit einem irrsinnigen Aufwand an Zeit, Material und Arbeitskraft. Ob es für die Bestände, vor allem für die Art bzw. Spezies an sich auch nur den geringsten positiven Einfluss hat, darf füglich bezweifelt werden.

Aber selbst bei vielen anderen Beute- Räuberbeziehungen stößt man dauernd auf das ängstlich Verschwiegene, das Unaussprechliche, auf die Bankrotterklärung dieser geschönten Weltsicht. Auf die Tatsache nämlich, dass die Natur eben nicht alles in weiser Geduld und ewigem Gleichmaß schadlos für alle regelt. Oder dass sie zumindest davon völlig andere Vorstellungen hat als das in mancher Leute Vorstellungen so schön und gedanklich vollendet durchkonstruiert wurde. Ein Beispiel dafür ist die Korrelation von Luchsbeständen (Kanadaluchs) in Nordamerika mit dem ihres manchmal ausschließlichen Beutetiers, des Schneeschuh- Hasen. Dessen Bestände entwickeln sich, übrigens penibel belegt seit Mitte des 17. Jhs. ausgerechnet durch die Handelslisten der Hudson Bay Company, nach dem oben beschriebenen Muster: Jahrelanges Anwachsen, in erstaunlich regelmäßigen Zyklen von ca. 9 bis 11 Jahren dann plötzlich fast vollständiges Zusammenbrechen der Bestände. Und die Ursache ist banales Verhungern, weil sie, ökologisch unvernünftig, ihre Nahrungsgrundlage ruiniert haben. Noch schlimmer: Auch der (Kanada-) Luchs ist seiner ökologischen „Pflicht“ nicht gerecht geworden, nämlich seine Beute zu regulieren. Im Klartext: Er ist, trotz rasant steigender eigener Vermehrungsrate – nach Breitenmoser bringt in den guten Hasenjahren eine Kätzin bis zu acht! Junge pro Jahr erfolgreich durch -, mit dem Erbeuten und Fressen einfach nicht nachgekommen. Die Folge dieser ökologischen Nachlässigkeit ist dann das Verhungern Hunderter Luchse bzw. der – regionale – fast komplette Ausfall ganzer Luchsgenerationen. Nochmal: Die Bejagung durch den Luchs ist erwiesen nicht die eigentliche Ursache dieses Zusammenbruchs, sondern die massive Verschlechterung der Nahrungssituation der Hasen. In einem solchen Fall kann zwar zusätzlicher Jagddruck den Niedergang einer Population beschleunigen. Nur ändert das nichts daran, dass hier eben nicht eine sanfte Anpassung stattfindet, sondern ein Fast- Zusammenbruch sowohl der Population des Beutetiers als auch des Beutegreifers. Auch wenn das nicht ins Weltbild mancher „Naturschützer“ passt. Denn man könnte provokativ ja auch sagen, er bringt´s nicht, der Luchs. Er tut nicht, was er soll. Und jetzt? Abschaffen, den Kretin? Wie das in solchen Fällen reflexartig für uns Jäger immer wieder gefordert wird? Ein rein rhetorische Frage wohl.

Das Gleiche gilt wohl auch für die Wechselwirkung zwischen bestimmten nordischen Nagerbeständen und deren Beutegreifern, z. B. Schneeeulen. Wir sehen also, wenn wir das stereotyp vorgebrachte Mantra unserer Gegner (Die Natur hält, im Gegensatz zum tumben Menschen, alles im ewigen, wohl ausgewogenen Gleichmaß) einmal näher durchleuchten, wird es schnell mehr als fadenscheinig.

Die Menschenjagd aber, s. o., ist als einzige fähig und hat darüber hinaus das erklärte Ziel, eben diese Folgen zu vermeiden. Weil wir einfach das haben, was unsere tierischen Jagdkumpane nicht haben  k ö n n e n: Den Überblick über die Gesamt- Situation, das Wissen um Zusammenhänge, Kausalitäten und Wechselwirkungen und damit die Möglichkeit, zumindest mittelfristige Entwicklungen voraussagen zu können! Und das Instrument, das wir dazu haben, absehbaren Störungen vorzubeugen, ist die bedarfs- und zeitweise Abschöpfung der Wildbestände über die kompensatorische Sterblichkeit hinaus. Nur so wird ein Wildbestand zeit- und phasenweise reduziert – und damit der Bestand wirkungsvoll kontrolliert! In der so genannten „Wildnis“, z. B. in großen Teilen der nördlichen Taiga, funktioniert das System auch noch weitgehend ohne Menschen. Aber auch oft genug nach dem oben skizzierten Muster. Und auch dort gibt es Menschen, die ihren Teil ernten. Und alle leben gut. In unseren Kulturlandschaften aber, und damit meine ich so gut wie ganz Europa, ist die Menschenjagd selbst da nötig, wo es noch heute einen respektablen Bestand an Groß- Beutegreifern gibt – die Balkan- Staaten, Skandinavien, große Teile von Osteuropa.

Denn auch eine andere Tatsache bleibt bestehen: Dort, wo z. B. der ob seiner hohen Intelligenz so bewunderte Wolf die Auswahl hat zwischen relativ schwer erjagbarem Wild und massenhaft vom Menschen eingezäunten Proteinbomben auf vier Beinen, warum sollte der dort seine Intelligenz dann plötzlich über Bord werfen und sich am fluchtfähigen, misstrauischen Wild abarbeiten? Wenn er Fast food auf dem Tablett serviert bekommt? Ich will damit um Himmels Willen jetzt nicht sagen, dass wir wieder fleißig Wölfe schießen sollen. Nein, ich bin der festen Überzeugung, dass wir Jäger mit ihm bestens auskommen. Ich will damit nur zum Ausdruck bringen, dass der Wolf streng ökonomisch jagt – da, wo der Aufwand in wesentlich schlechterem Verhältnis zum Ertrag steht, wie das bei der Jagd auf weniger werdendes Wild der Fall ist, wird er sich zunehmend an das viel bequemer erreichbare Hausvieh des Menschen halten. Eben weil da der Output, der Ertrag, die Beute also, in einem wesentlich besserem Verhältnis zum Input, dem Aufwand bei der Jagd nämlich, steht. Oder, anders ausgedrückt: Da, wo ich 99,00 € an Vorleistung in ein Geschäft stecken muss, um 100,00 € Ertrag zu generieren, wird jedes Geschäft uninteressant. Grenznutzentheorie nennen wir Betriebswirtschaftler und die Wirtschaftswissenschaft das. Und der Wolf hält sich daran, ganz sicher. Erst, wo beides nicht mehr gegeben ist, also kein Wild und kein Vieh bzw. Haustiere da sind, macht er das, was übrig bleibt: Abwandern. Und das wird es, zumindest in von Menschen besiedelten Kulturlandschaften, niemals geben.

Das alles ist logisch, nachvollziehbar und ist ernsthaft nicht von der Hand zu weisen. Jagd schadet der Umwelt nicht. Also können wir weiter jagen. Trotzdem ist das bisher nur die erweiterte Version des „monokausal- bequemen Ansatzes“, durch wissenschaftliche Argumente untermauert. Und wenn man ehrlich ist: Es ist wirklich bequem. Man braucht sich nichts Neues einfallen zu lassen.

Die ehrlichen Motive nennen – und sich danach verhalten

Gehen wir davon aus, dass der übergroße Teil der Jägerschaft seiner Verpflichtung nachkommt, nämlich die Bestände ordnungsgemäß zu bewirtschaften und auf einem landschafts- angepassten, dabei vitalen Niveau zu halten und erhalten. Selbst in diesem Normalfall laufen wir in die oben skizzierte Plausibilitäts- Falle, wenn wir einzig unsere Funktion als Regulatoren als Begründung für die Jagd angeben. Denn mit flächendeckender Rückkehr unserer Großräuber könnten die das ja übernehmen. Und seien wir sicher,  d e r  Anlauf erfolgt, so sicher wie wir Steuern zahlen müssen. Und aus diesem Grund noch einmal: Stellen wir die tatsächlichen, völlig unbedenklichen und unschädlichen, ja vorteilhaften Motive für die Jagd nicht endlich klar heraus, kommen wir in genau diese Argumentationsschwierigkeiten. Dem gilt es vorzubeugen, indem wir das bisher Versäumte jetzt endlich nachholen. Zum Mitschreiben:

  • Wir jagen zwar auch, weil wir verschwundene natürliche Regulatoren ersetzen müssen, aber das ist nicht der alleinige Grund, und noch nicht einmal der wichtigste.
  • Wir jagen, weil es der Umwelt nicht schadet, korrekte Ausführung und nachhaltiges Denken vorausgesetzt.
  • Wir jagen, weil es im Gegenteil dem Wildbestand und damit der Natur nützt.
  • Wir jagen, weil wir damit eine völlig natürliche Form der Nutzung der Umwelt betreiben.
  • Und last not least jagen wir, weil es einfach Freude macht. *

Unser Ziel muss sein, diese Argumente in der Öffentlichkeit zu kommunizieren und damit Akzeptanz zu erreichen. Es ist zwar wie gesagt absehbar, dass dann Argumente hervorgekramt werden wie „Der Jagdmensch ist unmittelbarer Konkurrent für unsere Wölfe und Luchse, deswegen muss die Menschenjagd eingestellt werden.“ Aber das Argument wird leicht zu widerlegen sein; siehe die obigen Ausführungen zu Nord- und Osteuropa.

Kurz: Es ist bereits jetzt eine win- win- Situation, wie das neudeutsch so schön heißt: Für die Umwelt, das Wild, die Jägerei. Zugegeben, man muss immer weiter daran arbeiten, wie an allem, was einem lieb und wert ist.

Und zum guten Schluss lassen Sie uns das Ganze noch einmal nach rein logischen Gründen abfragen, mit einigen wenigen Fragestellungen nach dem obigen Muster:

  1. Schadet Jagd der Umwelt? Eindeutig nein.
  2. Schadet Jagd dem Wild? Eindeutig nein, s. Ökologie des Wildes im Hinblick auf die Notwendigkeit der Jagd im evolutionären Sinn.
  3. Schadet Menschenjagd dem Wild? Nein, siehe Stichpunkt kompensatorische Sterblichkeit.
  4. Bringt die Menschenjagd Vorteile? Ja, durch Nutzung natürlicher Ressourcen.
  5. Wird der Tierwelt, dem Jagdwild durch die Menschenjagd über das natürliche Maß hinaus Schaden zugefügt? Nein, siehe Stichpunkt kompensatorische Sterblichkeit.
  6. Beeinträchtigt das persönliche Motiv „Freude an der Jagd“ irgendjemandes Rechte? Nein, und niemand ist gezwungen, selbst jagen zu gehen, wenn er nicht mag.

Daraus folgt logisch nicht nur die Vereinbarkeit mit allen Gesetzen, sondern daraus leite ich einen grundgesetzlichen Schutz für die Jagdausübung im Rahmen der bestehenden Jagdgesetze ab. Ich subsummiere das unter dem Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Zusätzlich zu unserem Grundrecht auf Eigentum, nebenbei bemerkt.

In diesem Sinne, Weidmannsheil!

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Kirchveischede, 20. Juli 2013

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Manfred Nolting

Ein Jagdmensch

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* „Freude an der Jagd“ ist etwas grundlegend anderes als  „Lust am Töten“, wie es bewusst wahrheitswidrig immer wieder in die einschlägigen billigen Gazetten gestellt wird, in entsprechenden Fernsehbeiträgen auftaucht.

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